Seit unserer letzten News zum Thema, in der wir vor der Belagerung des Sees durch Windräder berichtet hatten, droht die Besetzung des Gebiets um den See mit Windkraft- und Photovoltaik-Megakraftwerken unerträgliche Ausmaße anzunehmen. Dies ist aus der Karte ersichtlich (hier detaillierte Informationen), in der nur Windkraftwerke, bestehende und geplante, dargestellt sind (wir haben keine Kartierung der vielen und ausgedehnten Mega-Photovoltaikanlagen, die 78 % (!) der Photovoltaikproduktion in der ganzen Region Latium sicherstellen).

Existierende und projektierte Mega-Windkraftanlagen in Tuszien (Stand vom 26.6.2023).
Unsere Heimat ist wunderschön, hat eine geringe Bevölkerungsdichte und wird landwirtschaftlich und touristisch genutzt; sie ist ein seltener Zufluchtsort für wertvolle Pflanzen und Tiere, reich an Artenvielfalt: sie muss erhalten und gepflegt zu werden. Für die Planer hinter ihren Schreibtischen hingegen, für die politischen Entscheidungsträger in ihren Büros in Rom und die Lobbyisten auf der ganzen Welt, ist sie leer, bereit kolonisiert zu werden im Namen der green energy: „terra nullius“.
Die Notwendigkeit, den Klimawandel zu bekämpfen, dient als Vorwand für die spekulativen Projekte. Die Bevölkerung wird in die Entscheidungen nicht einbezogen: Die Zustimmung der Bürgermeister wird mit für „Umwelt- und Territorialkompensationen“ bestimmten Mitteln erkauft, die dann ohne weiters für von der Gesetzgebung nicht vorgesehene Zwecke verwendet werden.
Völlig richtig: es ist dringend notwendig, gegen den Klimawandel vorzugehen. Aber ebenso wichtig ist der Schutz der Artenvielfalt, der Landschaft und wertvoller landwirtschaftlicher Böden. Es ist Nonsens, auf den Klimanotstand mit der Zerstörung der Umwelt zu reagieren.
Anstatt auch noch den letzten Zipfel Tusziens mit EE-Megakraftwerken vollzustopfen, können wir auf intelligente Alternativen zurückgreifen:
- Flächendeckend den Energiebedarf lokal und autonom decken, vorzugsweise durch Bürgerenergiegemeinschaften;
- die zusätzlich landesweit notwendige Energie (für Verkehr, Industrie, Großstädte …) in Offshore-Megawindparks produzieren: diese Lösung ist der Grundstein der europäischen Energiewende;
- alle Maßnahmen für eine intelligente und effiziente Energienutzung treffen (wussten Sie, dass allein durch die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen bis zu einem Drittel der im Straßenverkehr verbrauchten Energie eingespart werden kann?).
Diese Vorschläge wurden in den regionalen Energieplan (PER Lazio) eingebracht, der jedoch schon seit Jahren auf die Ratifizierung wartet. Die Region selbst hat kürzlich ein Umdenken hinsichtlich der Verbreitung von EE-Anlagen „mit hohem Grundflächenbedarf“ gefordert (siehe hier). Coldiretti seinerseits schreibt an die Premierministerin, um der „bodenfressenden“ Photovoltaik und der Energiespekulation ein Ende zu setzen.
Der Kampf gegen den Ausverkauf unseres Landes wird vor Ort von der Bioregion Bolsenasee koordiniert und aktiv vom CAT (Tuscia Environment Committee) geführt, dessen erste Pressemitteilung hier zu lesen ist.


