Bericht vom Treffen, 7. August 2018

In einer kurzen Einführung berichtet Piero Bruni (Präsident des Vereins Lago di Bolsena) von der Entstehung des Vereins BLEU (Bolsena Lago d’Europa). Dieser entwickelte sich aus dem Interesse einer Gruppe ausländischer Bürger, die sich regelmäßig in der Gegend aufhalten und am Zustand des Bolsenasees interessiert sind. Im Sommer 2016 gab es ein kleines privates Treffen über den generellen Zustand des Sees in dem BLEU seinen Anfang nahm. Angelo Bertea (Präsident von BLEU) stellte dann die Struktur des Vereins mit seinen Zielen und seiner Arbeitsweise vor und betont die wichtige Arbeit der Arbeitsgruppe „Kommunikation“, sei es auf der Webseite oder im facebook immer wieder von Aktuellem zu berichten.

Georg Wallner, Sekretär von BLEU berichtet vom aktuellen Status des Ringkanals, seinen Problemen und den laufenden Arbeiten die durch den Druck der EU (nach aktiver Information durch die Vereine) auf die Region Latium nun vorgenommen werden konnten. Georg Wallner spricht auch von der Badequalität und den sich scheinbar widersprechenden Analysen von ARPA und von Legambiente, und ihrer korrekten Interpretation.

Aus dem Publikum sind einige relevante Fragen gekommen:

  • Das Material des Kanals und der Druck dem es in den letzten Jahren ausgesetzt war wird in naher Zukunft auch deren Reparatur erforden, meint ein Bürger, der an dessen Konstruktion beteiligt war.
  • Der Umstand, dass die Abnahme der neuen Komponenten des Ringkanals nicht Schritt für Schritt vorgenommen wurde, sondern erst nach Abschluß aller Arbeiten vorgesehen ist, wäre nicht notwendig gewesen und hat monatelang vermeidbare Abflüsse von Abwässern in den See verursacht.
  • Das Auftreten von Überläufen von Abwässern hätte zumindest und an einigen Stellen des Sees, und möglicherweise nur für kurze Perioden, ein Badeverbot erfordert und dieses hätte von den Bürgermeistern durch entsprechende Hinweise gekennzeichnet werden müssen.

Rosella Di Stefano präsentiert das Schulprojekt „Lerne deinen See kennen„, das in allen Schulen rund um den See läuft und ca. 850 Schüler erreicht. Abgesehen von den Schülern sind auch die Lehrer involviert, die laufend in Zusammenarbeit mit der Universität Tuscia auf aktuellen Kenntnisstand gebracht werden.

Angelo Bertea stellt das Projekt Bio-Region vor. In der anschließenden Diskussion kamen neuerlich die Haselnußplantagen zur Sprache die rund um den See entstehen.

Zum Abschluß erzählt Piero Bruni untermalt von entsprechenden Bilder von alten Zeiten. Da er aus Capodimonte stammt weiß er aus eigener Wahrnehmung wie über den langen Zeitraum seines Lebens sich das Gleichgewicht zwischen dem Ökosystem des Sees und seinen Bewohnern verändert hat. Er weist nochmal auf die schwierige Umkehrbarkeit der schon beginnenden Eutrophierung hin und auch auf die Gefahr, die durch die Geothermie droht.

 

Creative Commons Lizenzvertrag