Die Vereine schreiben an die Bürgermeister

Am 27. Juli 2018 hat Legambiente Latium in Bolsena die Ergebnisse der Goletta dei Laghi zur Verschmutzung des Bolsenasees durch Abwässer präsentiert (siehe auch den Beitrag in TG2).

In seinem Kommentar zu den Ergebnissen in Rahmen der öffentlichen Diskussion hat der Bürgermeister von Gradoli, Luigi Buzi eine gemeinsame Aktion seiner Gemeinde und der Bürgerschaft zur Lösung der aufgezeigten Punkte vorgeschlagen. Andere Gemeinden haben sich ähnlich geäußert. Die Vereine Lago di Bolsena, Bolsena Lago d’Europa und La Porticella greifen diese positiven Signale in einem Vorschlag zur Zusammenarbeit auf. Sie schreiben in einer Pressemitteilung:

„Am 20 August haben wir die Bürgermeister in einem Brief zur Zusammenarbeit eingeladen. Die Vereine haben eine große Handlungsfreiheit und können erfolgreich auch an übergeordnete Instanzen herantreten, an wissenschaftliche Vereinigungen, die Präfektur ecc. Dies ist belegt durch die Wirksamkeit ihrer Intervention bei der europäischen Kommission, durch eine kürzlich erschienene internationale wissenschaftliche Veröffentlichung über den See vom Institut für ökologische Studien in Pallanza und auch durch die Mitwirkung der Schulen am Programm „Lerne deinen See kennen“. Gerade eben sind wir zu einer europäischen Konferenz in Anversa mit insgesamt 1200 Teilnehmern eingeladen, die im September stattfindet. Piero Bruni wird einer der 5 Gastredner in der Eröffnungssitzung sein, unter ihnen Daniel Calleja, Generaldirektor der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission. Brunis Beitrag wird sich auf die Aufmerksamkeit der europäischen Gemeinschaft für den Bolsenasee und die Bedeutung der Mitwirkung der Bürger in den Aktionen konzentrieren.

Die Hauptprobleme des Sees sind die kritische Badequalität und die beginnende Eutrophierung. Um diese zu beheben ist es notwendig, den fehlenden Teil des Ringkanals zu vervollständigen, die Bewirtschaftung des existierenden Kanals in Ordnung zu bringen, die Abwässer der Gemeinden ordnungsgemäss zu entsorgen und eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen. Es ist klar, das die Gemeinden nicht in der Lage sein werden, die dafür notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen. Daher wird die Verschlechterung schnell und unaufhaltsam weiter voranschreiten zum Schaden der ganzen Gemeinschaft. Eine mögliche Lösung ist, dass die europäische Kommission Italien verpflichtet, die bestehenden Gesetze zum Schutz des Bolsenasees zu respektieren und die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen. Unser Bestreben ist es daher bei der europäischen Gemeinschaft zu drängen und die Bürgerschaft in die Aktionen miteinzubeziehen.“

Es ist Absicht der Vereine, bei den Gemeinden nach Zugang zu den Plänen des Abwassersystems anzufragen. Sie schlagen vor, gemeinsam mit dem technischen Personal der Gemeinden die kritischen Punkte, an denen Abwässer in den See gelangen, festzustellen. Eventuell kann hier auch Legambiente einbezogen werden, um die Gründe für die Polemiken, die aus den Messungen der Goletta dei Laghi entstanden sind, festzustellen und zu beheben.

Abschließend betonen die Vereine: „Die europäische Kommission beobachtet mit sehr viel Aufmerksamkeit die mögliche Schädigung der Umwelt, die die Geothermie im hydrologischen Becken des Bolsenasees hervorrufen könnte, und sie scheint bereit zu sein, diese zu verbieten.

Wir verstehen uns als eine aktive und verfügbare Ressource für die Gemeinschaft um den See.“

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