Asphalt am Seeufer: Neuigkeiten und Bewertung

Zahlreiche besorgte Bürger hatten sich Anfang Juli an uns gewandt, um Klarheit über das Projekt zum Radwanderweg in der Gemeinde Gradoli zu erhalten. Wir haben Akteneinsicht verlangt und können nun bestätigen, dass die Ausarbeitung des Projekts in vielerlei Hinsicht mangelhaft ist. Unter anderem wurde unterlassen, die obligatorische Verträglichkeitsprüfung mit den Erhaltungszielen des durch die Habitats- und Vogelschutzrichtlinie geschützten Bolsenasees, der Natura 2000-Gebiet ist, durchzuführen.

Zudem hätte diese Prüfung das gesamte Projekt des seeumfassenden Radwegs betreffen müssen, um seine kumulativen Auswirkungen auf das Schutzgebiet zu erfassen.

Wir möchten unterstreichen, dass diese Verträglichkeitsprüfung ein wichtiges und effizientes Mittel ist, um in Zusammenarbeit aller Stakeholder Projekte zu entwickeln, die mit den Schutzgebieten verträglich sind – sie stellt eine Garantie für Projektentwickler, Bürgermeister, Bürgerschaft und die Umwelt dar.

Die Umweltvereine stehen dem Projekt eines seeumfassenden Radwegs sehr positiv gegenüber, setzen sich jedoch nachdrücklich für die Einhaltung aller Normen ein, welche die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung schützen.

In diesem Sinn fordern wir für die Zukunft, dass lokale Experten zu den Projekten konsultiert werden, zum Beispiel die Umweltvereine, das wissenschaftliche Komitee der Bioregion und, in diesem Fall, die Radfahrer und ihre Vereine selbst: wer kann besser als sie sich zu diesem Thema äußern?

 

 

Enrico Calvario

Präsident Verein Lago di Bolsena

 

Angelo Bertea

Präsident Verein Bolsena Lago d’Europa

 

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