Es scheint unglaublich, aber nach 14 Jahren des Verfalls des Ringkanals und der damit verbundenen Verschlechterung der Wasserqualität des Sees, nach Kämpfen, Herausforderungen, verlorenen Schlachten, enttäuschten Hoffnungen zeichnet sich nun ein konkreter Weg ab, der im Stande sein könnte, die Probleme des Kanals und der Kläranlage im Seebecken des Bolsenasees zu lösen.
Wir wollen die Einzelheiten dieses verwickelten Themas nicht zurückverfolgen und auch die traurige Geschichte nicht wiederholen, die in zahlreichen News auf dieser Seite dargestellt wurde. Wir wollen dagegen die Fakten zusammentragen, die uns auf eine dauerhafte Lösung hoffen lassen: eine wiedergefundene Solidarität der Seegemeinden mit Bürgermeistern die sich der Bedeutung einer gesunden Umwelt bewußt sind, eine Landesverwaltung die ungewöhnlich entschieden ist und „ermutigt“ durch den Druck, den die EU auf die Regierung macht, und eine aktive und sachkundige Bürgerschaft die bei den Organen der EU und bei neuen nationalen und lokalen politischen Kräften mächtige Verbündete gefunden hat.
All das hat zur Unterzeichnung eines Übereinkommens geführt mit dem imposanten Titel „Abwassersystem ex Co.Ba.L.B. mit Ausschluß der Kläranlage in Marta – Übertragung der Zustandsanalyse verbunden mit der ordentlichen und außerordentlichen Instandhaltung sowie der damit verbundenen Projektierung und Durchführung der Arbeiten“.
Das Protokoll wurde im Mai von der Region Latium, der Provinz Viterbo, der Ente di Governo dell’Autorità d’Ambito Territoriale Ottimale n. 1 – Lazio Nord Viterbo, den Gemeinden Bolsena, Capodimonte, Gradoli, Grotte di Castro, Marta, Montefiascone, San Lorenzo Nuovo, Valentano und Talete s.p.a. unterzeichnet. Ein wichtiges Übereinkommen und ein komplexes und umfassendes Dokument welches einen konkreten Lösungsweg festlegt und mit den notwendigen Mitteln versorgt. Es sind vier Etappen vorgesehen:
Man beginnt mit einer ca. 3 Monate dauernden Periode in der Talete den Vorentwurf „Zustandsanalyse“ ausarbeiten und den Status des Zustands und der Funktionsfähigkeit des Kanals prüfen wird.
Während dieser Periode übernimmt Talete die vorläufige Instandhaltung: ordentliche und außerordentliche vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen am Ringkanal.
Nach dieser Vorbreitungsphase übernimmt Talete für ein Jahr die operative Betriebsführung verbunden mit der ordentlichen Instandhaltung des Kanals.
Drei Monate nach Beginn der Betriebsführung erstellt Talete ein Projekt der technischen und finanziellen Machbarkeit (Projektierung) welches ein vollständiges Bild der notwendigen Investition zur vollständigen Instandsetzung des Ringkanals geben soll.
Das Protokoll sieht vor, dass Talete während der Periode der Betriebsführung alle notwendigen Arbeiten durchführt, um die Anlage voll funktionstüchtig zu machen. Danach wird Talete die ganze Anlage übernehmen und vollverantwortlich betreiben. Dies alles betrifft nur den Ringkanal und die Kläranlage in Valentano; die Kläranlage ist Marta ist davon ausdrücklich ausgeschlossen.
Es ist weiterhin vorgesehen, dass die beiden noch aktiven Arbeiter von COBALB von Talete übernommen werden.
Die Region stellt zur Deckung der Aufwände von Talete 1,5 Mio Euro zur Verfügung. Alle Gemeinden des Seebeckens übergeben die Wasserversorung an Talete. Dies schließt auch die definitive Anpassung der Tarife an die von Talete vorgeschlagenen und von EGATO1VT bestätigten Tarife vor.
Beim genauen Lesen des Übereinkommens findet man Knoten die noch zu lösen und Hindernisse die zu überwinden sind, mögliche Probleme die bewältigt werden wollen – das größte davon ist sicherlich die Kläranlage in Marta. In mehrfacher Hinsicht ist es keine ideale Lösung, aber möglicherweise der einzig gangbare Weg in dieser dringlichen Situation.


