Riesenwindräder am See?

Langsam und versteckt versuchen die Riesenwindräder sich auch im Seebecken einzuschleichen.

Den Anfang macht ein Projekt von mindestens vier Windkraftwerken mittleren Zuschnittes in der Umgebung von Montefiascone, dem ein weiteres mit sieben großen Windgeneratoren zwischen Montefiascone und Bagnoregio folgen sollte.

Das erste Projekt wird von EWT Italia vorgelegt, einer holländischen Gesellschaft die zu einem internatiolen Anbieter geworden ist und sich auf Turbinen mittlerer Leistung mit der  direct wind-Technologie, bei der die Rotorblätter direkt den Generator treiben, spezialisiert hat.

Die Generatoren vom Typ EWT-DW61 haben eine Höhe von 69 Metern an der Achse und einen Rotordurchmesser von 61 m, woraus sich eine maximale Höhe von ca. 100 Metern ergibt. Die Leistung jeder dieser Generatoren ist ca. 0,975 MegaWatt. Ihre Positionen sind in der nebenstehenden Karte eingetragen.

Das Projekt nutzt den Umstand, dass laut geltender Vorschriften für einzelne Windkraftanlagen, die eine Nominalleistung von 1MW nicht übersteigen, keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben ist.

Der zweite in der Zone zwischen Montefiascone und Bagnoregio vorgesehene Windpark ist noch in der Phase der Projektierung und könnte vom multinationalen Konzern SAIPEM eingereicht werden. Jedes seiner Windräder hätte eine maximale Höhe von mehr als 200 Metern und eine Leistung von mehr als 5 MW.

In beiden Fällen sieht das Verfahren sogar eine Enteignung für die Errichtung der Anlage vor.

Die großen Windkraftanlagen imEinzugsgebiet des Sees haben einen beträchtlichen Einfluß auf die Umwelt und das Landschaftsbild. Wie wir bereits in unserem Widerspruch gegen einen Windpark in der Nähe von Tuscania ausgeführt haben, liegen die Anlagen auf der Hauptroute der Zugvögel durch Italien, tragen zur Anthropisierung einer noch ungestörten Landschaft bei und sind eine Bedrohung für die geschützten Arten in den verschiedenen Natura2000-Schutzgebiete im Seebecken.

Wir wenden uns entschieden gegen diese Windparks, die einen weiteren Schritt in Richtung Industrialisierung im Seebecken darstellen und sich sich an die Geothermieprojekte, die Photovoltaikfelder auf dem Boden und die Haselnußplantagen reihen.

Nicht weil wir gegen erneuerbare Energie sind, ganz im Gegenteil: für uns ist völlig klar, dass eine Umstellung auf Nachhaltigkeit auch im Energiesektor unverzichtbar ist. Wir beharren jedoch darauf, dass die Anlagen die geringstmöglichen Auswirkungen auf Umwelt und Landschaftsbild haben sollten, und dass man dem vom regionalen Energieplan vorgesehenen Weg folgt, welcher auf die landschaftszerstörenden Großprojekte verzichtet und der Photovoltaik auf den Dächern, den Windkraftkleinanlagen und großen Off-shore-Windparks den Vorzug gibt.

Nur diese Lösungen sind mit einer Zukunftsvision für das Gebiet vereinbar, die auf einem nachhaltigen Tourismus und einer ebensolchen Landwirtschaft basiert, und wo unser unschätzbares Kulturgut und das noch in weiten Teilen intakte ländliche Landschaftsbild geschützt und gefördert werden. Die gleiche Vision liegt auch unserem Engagement für die Bioregion Bolsenasee zu Grunde.

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