Am 31. Juli dieses Jahres (2019) hat der Ministerrat, ungeachtet des klaren NEINs der Regionen Umbrien und Latium, der Gemeinden und der Bevölkerung der Alfina-Hochebene und des Gebiets des Bolsenasees, die Freigabe für die Fortsetzung der Realisierung des ‚Castel Giorgio‘ genannten Pilotprojektes erteilt. Dieses Pilotprojekt, situiert in der Gemeinde Castel Giorgio (TR) und beantragt von ITW-LKW Geotermia Italia Spa, dient zur Erforschung und Nutzung von heißem Tiefengrundwasser.
Gemeinden und Vereine werden gegen diese Entscheidung bei den nationalen Gerichten und den europäischen Institutionen Berufung einlegen. Auch die Regionen erwägen einen Einspruch.
Am 5. August hat Diego Righini, Generaldirektor der Firma ITW-LKW, vor der Bürgerschaft das Kraftwerkprojekt vorgestellt und dabei die Hauptmerkmale lobend hervorgehoben: Es sei das erste Kraftwerk in Italien mit einem geschlossenen Kreislauf ohne Emissionen in die Atmosphäre, eine saubere und erneuerbare Energieproduktion ohne Beeinträchtigung der Umwelt. Zahlreich waren die kritischen Bemerkungen, die von den Anwesenden an den Direktor gerichtet wurden. Insbesondere widerlegten sie mit wissenschaftlichen Argumenten die Aussage, dass das Kraftwerk eine Anlage „ohne induzierte Seismizität“ sei (hier finden Sie eine fundierte Diskussion dazu).
Am 16. August 2019 hat eine große Anzahl von Personen in Torre Alfina ihren Widerstand gegen die Geothermie auf ihrem Gebiet zum Ausdruck gebracht. Es war der erste Termin zur Sammlung der notwendigen finanziellen Mittel für den Rekurs beim regionalen Verwaltungsgericht (TAR): Etwa 200 Personen haben an dem „Alternativen Spaziergang“ in der Alfina teilgenommen und 100 waren beim Abendessen im Agriturismo Pulicaro.
Es folgen weitere Kundgebungen zur Sammlung von Geldmitteln. Es wird ein Girokonto für die freiwilligen Beiträge eröffnet und eine Crowdfunding – Kampagne im Internet gestartet.
BLEU wird in vorderster Front gegen die heute immer bedrohlicher werdenden Versuche eintreten, unser Gebiet den verschiedenen Arten von industrieller Ausbeutung zu opfern: Auf dem Sektor der Landwirtschaft durch die massive Einführung der Haselnußplantagen, im Energiesektor durch mit den zahlreichen Geothermieprojekten und im Bereich der Wasserversorgung durch die Übertragung der Bewirtschaftung an multinationale Konzerne.
Dieser Industrialisierung stellen wir eine konkrete Vision gegenüber: Den Schutz der wertvollen Wasservorkommen und der Umwelt und die Aufwertung des Natur- und Kulturreichtums des Gebiets um den See, als Grundlage für nachhaltigen Tourismus und eine nachhaltige Landwirtschaft.


