Die Ergebnisse der Messungen und die Analysen del Wasserproben in den ersten Monaten 2021 zeigen eine weitere Verschlechterung des Zustandes des Sees. Der Gehalt an Phosphaten, die für das Algenwachstum entscheidenden Nährstoffe, hat sich auf 17 µg/l erhöht, ein Wert der noch nie vorher erreicht wurde. Die Sauerstoffkonzentration in den tiefen Schichten des Sees hat sich weiter reduziert mit einer 9 Meter dicken Schicht ohne Sauerstoff am Grund des Sees im Dezember 2020. Der Sauerstoffmangel hat unheilvolle Konsequenzen: 1) er verhindert, dass der Phosphor im Wasser in den Sediment gebunden wird; 2) er kann den bereits vorher gebundenen Phosphor freisetzen und damit die generelle Verschlechterung beschleunigen. Eine detaillierte Analyse findet sich im Osservatorio (IT).
Die Grafik stellt die Entwicklung der Konzentration des Phosphors über die letzten 20 Jahre auf Basis der vom Verein Lago di Bolsena vorgenommenen Messungen dar. Zum Glück und ausnahmsweise gab es in den Jahren 2016 und 2019 eine komplette Durchmischung der Wasserschichten und dadurch eine Sauerstoffzufuhr bis auf den Grund welche den Phosphorgehalt stabilisiert hat. In den letzten beiden Wintern dagegen waren die Tramontanawinded nicht stark genug für eine Durchmischung des Sees und der Phosphorgehalt hat wieder zugenommen.
Wir können die Winde nicht kontrollieren aber wir können und müssen die Verschlechterung des Zustandes des See mit der Instandsetzung des Abwassersystems (siehe hier) und einer Reduktion der Phosphorzufuhr aus der Landwirtschaft (siehe hier) aufhalten. Es ist noch ein weiter Weg zur Sanierung des Bolsenasees!


