Von See zu See

COVID hat alles durcheinander gewürfelt und uns auch viele neue Dinge gezeigt (die wir zu schätzen wissen?).

Man kann die Umweltverschmutzung radikal reduzieren. Man kann auf viele bequeme „unverzichtbare“ Dinge verzichten (nur die Wirtschaft leidet – wieso also diese nicht den wirklichen Bedürfnissen der Menschen und der Erde anpassen?). Man kann zusammenbleiben, reden, diskutieren, spielen und sich kennen lernen. Man kann allein in der Natur bleiben und ihre wundervolle Wiedergeburt erleben.

Wir haben verstanden, dass die Gesellschaft von Personen getragen wird, deren Einkommen gering ist (z.B.: PflegerInnen, LandwirtInnen) oder die freiwillig arbeiten, Personen, die nicht im Fernsehen in großen Diskussionen auftreten sondern einfach konkret handeln.

Wir haben die Einsamkeit wiederentdeckt aber auch die Solidarität.

Gerade haben wir entdeckt, dass die Solidarität nicht auf Menschen beschränkt ist, es gibt auch eine Solidarität zwischen den Seen!

In unserem Fall eine Solidarität zwischen dem Bodensee und dem Bolsenasee, die sich sehr konkret ausdrückt: in Tausend Litern Bier, begleitet vom folgenden Brief:

Liebe Freunde von Capodimonte

wir sind Lucia und Dirk und haben eine Wohnung in via Marconi über der Bar Cantone. Wir lieben dieses Dorf und seine Schönheit, aber vor allem die Freundlichkeit ihrer Bewohner. Seit ca. 10 Jahren, seit mein Bruder in Capodimonte lebt, kommen wir und verbringen dort unseren Urlaub.

Mein Mann Dirk ist der Braumeister der Brauerei Ruppaner von Konstanz in Deutschland und wir haben den Eigentümer der Brauerei, der sehr großzügig ist, davon überzeugt eine Ladung Bier zu schicken die ihr zu einem passenden Preis verkaufen könnt, als Beitrag zur Unterstützung in dieser Krise für euch, die uns immer das Willkommen und die Aufnahme von Freunden hat spüren lassen. Wir sind überzeugt dass nur die gegenseitige Hilfe,  jeder nach seinen Möglichkeiten, uns aus dieser Krise führt, die die ganz Welt getroffen hat.

Mit einer herzlichen Umarmung und auf bald
Lucia und Dirk

Was soll man sagen? Danke. Vielen Dank.

Es ist nicht das erste Geschenk, das uns der Bodensee macht. Vor mehr als 100 Jahren hat er uns den Coregone geschenkt, der über viele Schritte, von See zu See bei uns angekommen ist.

Der Bodensee schenkt uns auch die Hoffnung, dass unser See wieder gesunden wird: In den 80er Jahren war der Bodensee von starker Eutrophierung betroffen, welcher durch entschiedene Anstrengungen seiner Anrainer und dank des Instituts für Limnologie von Konstanz , das eines der besten der Welt ist, Einhalt geboten werden konnte.

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