Aktuelles zur Geothermie in Castel Giorgio

Am 16. März 2020 hat das MISE (Ministerium für ökonomische Entwicklung) gemeinsam mit dem MATTM (Ministerium für Umwelt) der Firma ITW&LKW Geotermia Italia die Genehmigung erteilt, die geothermischen Ressourcen für das Pilotprojekt „Castel Giorgio“ zu erforschen.

Es ist der lange erwartete und fast unvermeidliche Schritt nach dem Beschluß der Ministerrates am 31. Juli 2019, mit dem die fehlende Zustimmung der Region Umbrien übergangen und die Zustimmung zur Fortsetzung des Verfahrens zur Erteilung der Genehmigung für das oben angeführte Projekt erteilt wurde.

Die ITW&LKW hat am 31. März eine SCIA (Anzeige des Beginns der Arbeiten) bei der Gemeinde Castel Giorgio vorgelegt, in der der Beginn der Arbeiten mit dem 1. April angegeben ist.

Wie werden nun die weiteren Schritte des Projektes aussehen? Was wird geschehen?

Die Gemeinde Castel Giorgio prüft die SCIA und verlangt eventuell Ergänzungen und Klarstellungen. Wie vorgesehen werden die Anwälte, die für die vier Einsprüche gegen den Beschluß des Ministerrates zuständig sind, eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Genehmigung für die Aufnahme der Arbeiten bis zum Urteil des TAR (Verwaltungsgericht) Latium einreichen. Wenn das TAR der einstweiligen Verfügung statt gibt dürfen die Arbeiten nur in dem Fall aufgenommen werden, wenn das TAR Latium zugunsten von ITW&LKW entschieden hat.

Auch wenn der einstweiligen Verfügung nicht statt gegeben wird, dürfen die Arbeiten erst beginnen wenn

  • die einschränkenden Maßnahmen auf Grund des Coronavirus aufgehoben sind und
  • von ITW&LKW ein Nachweis über die Verfügbarkeit der notwendigen finanziellen Mittel für die Arbeiten und den finanziellen Status der Gesellschaft vorgelegt wurde.

Innerhalb eines Monats nach der Veröffentlichung des Ministerbeschlusses im BUIG muß ITW&LKW verschiedene Bankgarantien zur Abdeckung der Risiken aus Schäden die durch die Arbeiten und für die Kosten eventuell notwendiger Aufräumarbeiten und der Sanierung der Umwelt vorlegen.

Die möglichen Arbeiten werden in der ersten Phase (den Auflagen der Umweltverträglichkeitsprüfung zur Folge) die Realisierung eines Messnetzes für verschiedene Umweltparameter, die Bohrung der vier Rückführungsbrunnen und die Verifizierung ihrer Funktion umfassen. Anschließend könnte das Unternehmen mit der Errichtung der gesamten Anlage und seiner Erprobung fortfahren. Nur wenn die Testphase positiv verläuft, könnte MISE die Zustimmung zur Nutzung der geothermischen Ressourcen erteilen.

Alles in allem ein langer und steiniger Weg.

Ein weiteres großes Problem könnte das Fehlen von Förderungsprogammen für das Pilotprojekt darstellen, eine Projektkategorie, die zur Zeit keine nennenswerte Unterstützung mehr genießt. MISE arbeitet gerade an einem neuen Förderprogramm für erneuerbare Energie und es ist zu befürchten, dass mit dem Argument der Wiederbelebung der Wirtschaft die fundierten Einwände gegen Förderungen für die Geothermie ignoriert werden.

Wir laden euch daher ein die Petition STOP INCENTIVI! zu unterzeichnen.

Abschließend bleibt zu hoffen, dass das Komitee Geothermie der 31 Bürgermeister des Seebeckens seine Stimme hören läßt!

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