Am 16. März 2020 hatte das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung in Übereinstimmung mit dem Ministerium für Umwelt und dem Schutz von Land und Meer der Gesellschaft ITW & LKW Geotermia s.p.a die Genehmigung erteilt die geothermischen Ressourcen „Castel Giorgio“ zu erforschen. Am 31. März, dem Tag der Veröffentlichung des Dekretes, hat ITW & LKW eine Anzeige über den Beginn der Arbeiten (SCIA) bei der Gemeinde Castel Giorgio vorgelegt, welche diese mit der Verfügung eines „Verbots der Fortführung der Arbeiten und damit verbundene Anforderung weiterer Ergänzungen und Klarstellungen“ beantwortet hat.
Am 23. April hat ITW & LKW nun die SCIA de facto zurückgezogen und erklärt, dass deren Zweck nur der war, die Gemeinde über den Beginn der Phase der Vorbereitungen für die Arbeiten in Kenntnis zu setzen. Diese Vorbereitungen bestehen darin, dass über mindestens ein Jahr die verschiedensten Umweltparameter – die Qualität der Luft, der Oberflächenwässer und des Grundwassers, die Beschaffenheit des Bodens, die natürliche Seismizität und Absenkung des Bodens – in der durch das Projekt betroffenen Zone beobachtet und aufgezeichnet werden. Diese Messungen sind im Abschlussbericht der Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben und notwendig um die Umweltparameter des Ortes vor Beginn der Arbeiten zu definieren.
Weil diese Messungen keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt darstellen, haben die Parteien, die die vier Einsprüche gegen die Freigabe des Ministerrates vom 31. Juli 2019 eingereicht haben, jetzt noch keinen Grund eine einstweilige Verfügung gegen die Erlaubnis zur Durchführung der Arbeiten zur Erforschung der Ressourcen einzulegen.
Die Gemeinden, allen voran Castel Giorgio, bereiten hingegen einen Einspruch aus „zusätzlichen Gründen“ vor um das Dekret vom 16. März zu bekämpfen. Das ist eine Aktion die die vier Einsprüche vom 31. Oktober 2019 gegen die Entscheidung des Ministerrates vom 31. Juli 2019 vervollständigt, die die Erteilung der Genehmigung verlangt.
Man bereitet außerdem einen Einspruch der Gemeinde Torre Alfina gegen die Entscheidung des TAR Latium vom 6. November vor (über den wir hier berichtet haben), der den Weg zur Erteilung einer Genehmigung für dieses Projekt wieder eröffnet hat.


