Die Naturlandschaft am Seeufer ist immer mehr in Bedrängnis

Selten haben wir so viele Meldungen, Anrufe, Aufforderungen „tut doch etwas!“, erhalten, Ausdruck der Empörung, Bestürzung, Trauer angesichts des jüngsten Angriffs auf die Seenlandschaft. Grund ist der mit Verordnung vom 4. Juli angekündigte Beginn des Projektes „Bau des Abschnitts Gradoli des Seeradwegs“.

Es gibt viele Fragen. Wird diese Asphaltierung der bestehenden, breiten Uferstrasse mit Mitteln für Radwege finanziert? Handelt sich es um einen weiteren Schritt zur Anthropisierung des Uferbereichs in der Gemeinde Gradoli, im Einklang mit verschiedenen Eingriffen in der Vergangenheit? Gibt es einen Zusammenhang mit der Zerstörung der Ufervegetation im Frühjahr, welche mit COVID-Mitteln finanziert wurde? Und vor allem: wurde die von der Habitatsrichtlinie geforderte, obligatorische Verträglichkeitsprüfung aktiviert?

Zu viele offene Fragen die zu vermeiden gewesen wären, wenn die Stadtverwaltung von Projektbeginn an auf transparente Kommunikation geachtet hätte. Für den Fall, dass die Verträglichkeitsprüfung nicht durchgeführt wurde, fordern Bleu und andere Vereine die Unterbrechung der Arbeiten, um weitere irreversible Schäden für die Schutzziele des im Natura 2000-Gebiet des Bolsenasees zu vermeiden. Um diesen Antrag zu begründen, stehen wir für ein Treffen mit der Verwaltung zur Verfügung. Wir werden laufend über weitere Entwicklungen informieren.

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