Am 29. April ist die erste Beratungskommission der Provinz Viterbo zusammengetreten um die Aktualiserung der „Richtlinien der Provinz für den nachhaltigen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zum Erlass gemeindlicher Verordnungen“ zu besprechen.
Die ausdrückliche Absicht des Treffens war es, eine sachliche und gemeinsame Diskussion zu diesem aktuellen Thema im Dialog mit allen Interessensträgern zu beginnen, um die Regelung der Provinz 2015 zu aktualisieren.
Diesen ausdrücklichen Absichten stehen einige Fakten gegenüber: Die Einladung erging vor allem an die Berufsverbände welche in großer Zahl erschienen. Umweltvereine, bereits aktive oder in Gründung befindliche Bioregionen und Wissenschaftler, die dem Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln kritisch gegenüberstehen, wurden formell nicht eingeladen. Statt einer offenen Diskussion über den achtsamen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden und Düngemitteln in der Landwirtschaft der Provinz, entwickelte sich ein Monolog der Lobby der Haselnußplantagen zur Verteidigung ihrer Interessen (hier eine Zusammenfassung der Beiträge)
Zum Glück wurden die Umweltvereine und Bioregionen rechtzeitig durch einen Artikel in der Zeitung auf den Termin aufmerksam und konnten so die Erlaubnis zur Teilnahme einholen, um wenigstens in groben Zügen ihre Positionen darzulegen. Im Detail werden diese den Organen der Provinz und der Öffentlichkeit schriftlich mitgeteilt, und sollen in thematischen Anhörungen diskutiert werden.
Die Vereine und Bioregionen sind der Meinung, dass die Provinz Viterbo nicht von stark umweltbelastenden Haselnußplantagen überzogen werden sollte. Die Provinz ist ein Gebiet mit hohem landschaftlichen und ökologischen Wert und weist verschiedenste landwirtschafliche Kulturen, bedeutende natürliche Ressourcen und eine immer noch, trotz anhaltender Bedrohung, gute Biodiversität auf. Vereine und Bioregionen setzen sich für eine Regelung ein, welche vorrangig die noch gesunden Gebiete unterstützt und nicht vor allem den status quo der stark geschädigten Areale zu erhalten sucht. Eine Verordnung, welche die verschiedenen herausragenden Produkte der Provinz fördert, welche seine kulturellen, landwirtschaftliche und gastronomischen Vorzüge hervorhebt und dabei Umwelt, Schutzzonen, Süßwasservorräte, Lebensräume und Biodiversität bewahrt.


