Liebe Freunde und Mitglieder von BLEU,
das Jahr 2020 ist vergangen doch die offenen Fragen aus diesem speziellen Jahr bleiben uns. COVID 19 hat eine Reihe wichtiger Themen aufgebracht deren wir bisher nicht bewußt waren und/oder die wir nicht ansehen wollten: die durch die menschliche Aktivitäten hervorgerufene Verschlechterung der Umweltbedingungen, die unzureichenden soziale Strukturen für die Würde, die Gesundheit und die Entwicklung der Menschen. In unserer kleinen Welt des Vereins sind wir durch die Maßnahmen im Rahmen von COVID 19 eingeschränkt, allen voran in der Möglichkeit sich zu treffen oder andere zu treffen.
Soweit es den Ringkanal betrifft, haben die Vereine des Sees einen Verantwortlichen von Talete getroffen, der uns mit wichtigen Neuigkeiten zum Stand der Arbeiten versorgt hat, die in der Übereinkunft zwischen Talete spa und den verschiedenen Einrichtungen des Seebeckens vorgesehen sind. (Siehe unsere letzte News zu den Bauarbeiten).
Die Einsprüche gegen die geothermischen Projekte am Hochplateau von Alfino nehmen ihren juristischen Lauf am TAR Latium: am 12. Jänner 2021 wird der Einspruch zu Castel Giorgio verhandelt. Der Verein arbeitet mit, in dem er technische Dokumente zur Unterstützung des Anwaltes vorbereitet unter leidenschaftlicher Mitwirkung des Vulkanologen Mastrolorenzo. Am 20 Dezember wurde der Einspruch zu Torre Alfina verhandelt. Wir haben darüber noch keine konkreten Informationen, es scheint jedoch gut gelaufen zu sein.
Das Komitee der Bürgermeister , das aus dem Widerstand gegen die geothermischen Projekte im Gebiet entstanden ist, ist mit technischer und organisatorischer Unterstützung durch unseren Verein weiterhin aktiv: Das Komitee hat einen Brief an den Direktor des Zivilschutzes Borelli geschrieben (Siehe News) und wendet sich auch gegen die wilde Entwicklung der Photovoltaik und der Windkraftwerke.
Kürzlich wurde eine Nachricht über die vorgesehene Deponie von radioaktivem Material in der Provinz Viterbo bekannt. Wir sichern unsere Unterstützung bei den Bemühungen zu, dass die Rechte der Bevölkerung respektiert werden.
Die Initiative für eine „Bio-Region um den Bolsenasee“ lebt momentan online. Mittels Treffen, die über eine digitale Plattform organisiert werden, wird an der Vorbereitung eines Entwurfes zu den Statuten und der Idee einer Vereinsstruktur gearbeitet. Diese werden vom Proponentenkomitee formal beschlossen, welches sie anschließend gemeinsam mit einem Arbeitsplan der Region Latium zur Kenntnisnahme vorlegt. Für die Konstitution des Proponentenkomitees ist die Teilnahme von mindestens zwei Gemeinden notwendig. Die Verwaltungen um den See sind prinzipiell einverstanden doch bis heute hat nur die Gemeinde Acquapendente eine Teilnahme beschlossen.
In Erwartung der Gründung einer Bio-Region, können wir dies durch einfache tägliche Handlungen unterstützen: durch die Nachfrage nach biologischen Produkten, die Teilnahme an den Märkten des Bio-Höfe-Netzwerks (siehe Facebook), in dem wir uns direkt an die lokalen Bio-Produzenten wenden (siehe Karte auf unserer Seite), in dem wir die lokalen FoodCoops unterstützen wie bellaverde und auch gasbolsena und in dem wir in Geschäften und Bar nach biologischen Produkten fragen.
Die Zusammenarbeit mit dem Verein Lago di Bolsena beim Schulprojekt zum See wird fortgesetzt. Dieses Jahr findet es in Form von Videos statt, dass die Klassen ansehen können, weil die Lehrveranstaltungen nicht stattfinden können.
Gibt es Ideen, Projekt für 2021? Es ist schwierig heute zu wissen, was konkret möglich sein wird. Wir können aber auch in diesem Fall der Zukunft durch unsere persönliche Haltung helfen in dem wir uns und anderen ernsthaft die Frage stellen „Was wäre wenn …“ und versuchen zu antworten „wieso nicht?“.
Es sind Fragen die ich aus dem Buch „From What Is to What If (deutsche Übersetzung scheint noch nicht verfügbar) von Rop Hopkins dem Initiator der „Transition Town“ entnommen haben. Ich kann diese Buch sehr empfehlen. Es stimuliert eine an die Zukunft gerichtete Vorstellung um diese stattfinden zu lassen und zum Gelingen beizutragen.
Ich wünsche allen eine heiteres und fruchtbares Jahr 2021
Angelo Bertea
(Präsident)


