Eine große Wassermenge strömt zum Meer

Eine Lokalzeitung berichtet, dass vor etwa einer Woche die ARDIS (die vor 15 Jahren aufgelöste Regionale Agentur für Bodenschutz) auf Bitte des Bürgermeisters von Marta umgehend die Schleusentore des Flusses Marta öffnete, um die „vom Regen überschwemmten“ Strände freizulegen.

Sobald die Schleusentore geöffnet waren, strömte eine große Wassermenge zum Meer, wodurch der Sand bald wieder an die Oberfläche gelangen wird.“

Handelte es sich wirklich um einen Hochwassernotstand, der ein sofortiges und drastisches Eingreifen erfordert? Nein.

Laut geltender Gesetzgebung – definiert vom Beschluss Nr. 162 der Regionalregierung vom 14. April 2016 – muss der Wasserstand des Bolsenasees gemäß den Bestimmungen des „Steuerungsgesetzes“ für den Abfluss des Bolsenasees reguliert werden.

Die Vorgabe dieses „Gesetzes“ ist unten abgebildet. Wir sehen, dass der Wasserstand am 20. Juni bei einem Pegel von etwa 110 cm liegen sollte. Der am 20. Juni mit dem Messstab im Hafen von Capodimonte ermittelte Wasserstand lag bei etwa 114 cm – also nur 4 Zentimeter höher als vorgeschrieben. Im Grunde ist es also richtig, einzugreifen, um das Niveau wieder auf den erwarteten Wert zu bringen.

Heute, am 26. Juni, ist der Wasserstand dank des starken Abflusses auf 108 cm gesunken. Dieser Wert entspricht den Vorgaben des Steuerungsgesetzes, und die Schleusentore müssten umgehend geschlossen werden.

Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass der Wasserstand jetzt, wenn der starke Abfluss des durch Regenfälle angesammelten Wasservorrats fortdauert, unter den Pegel, der für den Schutz der Ufervegetation und die Sicherstellung eines Mindestabflusses des Martaflusses erforderlich ist, sinkt. Der Seepegel sinkt im Sommer schon auf natürliche Weise, auf Grund der starken Verdunstung und der erhöhten Wasserentnahmen.

 „Die Initiative wurde von Anwohnern und Touristen positiv aufgenommen“, heißt es in dem Artikel.

Viele Bürger fragen sich jedoch, ob es nicht verantwortungsvoller und klüger gewesen wäre, den Wasservorrat zu schonen, für den Fall, dass der natürliche sommerliche Rückgang des Seespiegels stärker ausgefallen sollte als im Steuerungsgesetz vorgesehen, welches auf Erfahrungen von vor fast 20 Jahren basiert – als der Klimawandel gerade erst spürbar wurde.

Unser Verein hat jedenfalls die zuständigen Büros der Region Latium informiert (hier unser Schreiben) und beobachtet die Situation genau.

 

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