Neue Messungen zum ökologischen Zustand des Sees

Der Verein „Lago di Bolsena“ misst regelmäßig, mindestens einmal im Monat, mit einer Multiparametersonde Temperatur, Leitfähigkeit, Sauerstoff- und Chlorophyllkonzentration im Wasser in Abhängigkeit von der Wassertiefe. Zusätzlich wird die Sichttiefe der Oberflächenschichten mit einer Secchi-Scheibe festgestellt.

Einmal im Jahr, im Zeitraum der maximalen Durchmischung des Sees (Mitte Februar bis Mitte März), werden Wasserproben aus verschiedenen Tiefen für chemische Analysen entnommen. Diese Analysen werden vom limnologischen Labor des Instituts für Wasserforschung (CNR-IRSA) in Verbania (Pallanza), einem der besten Italiens, durchgeführt. Der Verein informiert regelmäßig auf seiner Website im Bereich „Monitoraggi“ über diese Aktivitäten.

Das letzte multiparametrische Messung mit Probenahme fand am 3. März 2026 statt. Hier fassen wir jetzt, am Ende des limnologischen Winters, die Ergebnisse der letzten Monate zusammen.

Insgesamt bestätigt sich die Tendenz zur Verschlechterung des ökologischen Zustands.

Bild 1: Vertikale Profile von Temperatur, Konzentration des gelösten Sauerstoffs und von Chlorophyll ‚a‘, gemessen mit der Multiparametersonde am 3. März 2026.

Auch heuer war, wie schon in den letzten vier Jahren, die winterliche Durchmischung des Wassers nur sehr unvollständig. Dies zeigt sich in der stark ungleichmäßigen Verteilung im Seevolumen der gelösten Stoffe – darunter Sauerstoff (siehe Bild 1), Phosphor (siehe Bild 2), Nitrate, Sulfate usw. – und suspendierter Stoffe wie des im Phytoplankton enthaltenen Chlorophylls (Bild 1).

Bei vollständiger Durchmischung wäre die Konzentration all dieser Stoffe in allen Tiefen, und im ganzen Wasserkörper, gleich.

Bild 2: Gesamtphosphorkonzentration TP in Abhängigkeit von der Entnahmetiefe am 3. März 2026.

Die gewichtete mittlere Konzentration des Gesamtphosphors im See stieg auf 23,5 µg/l (siehe Bild 3 zur Entwicklung dieser Konzentration von 2004 bis 2026).

Bild 3: Entwicklung der gewichteten mittleren Konzentration des Gesamtphosphors. 

Die gewichtete Durchschnittskonzentration von gelöstem Sauerstoff in den tieferen Wasserschichten während der Phase maximaler Schichtung bestätigt den Trend zur Sauerstoffverarmung (siehe Bild 4).

Bild 4: Durchschnittskonzentration von gelöstem Sauerstoff im Hypolimnion  in der Phase maximaler Schichtung von 2004 bis Ende 2025.

Besonders besorgniserregend ist die Anoxie in den tiefsten Wasserschichten (Bild 5). Diese betraf Anfang März 2026 immer noch eine Schichtdicke von zehn Metern.

Bild 5: Maximale Dicke der Anoxieschicht, von 2004 bis 2025.

Insgesamt zeigen diese Daten, dass der Trophiegrad des Bolsenasees derzeit nur „ausreichend“ ist.

Wir sind dabei, mit verschiedenen Experten die möglichen ökologischen und umweltbezogenen Folgen dieser negativen Entwicklung zu erörtern. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

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