Seit über 20 Jahren monitoriert der Verein „Lago di Bolsena“ regelmäßig die wichtigsten physikalischen und chemischen Parameter des Wassers, um den Trophiegrad des Sees zu bestimmen und und seine Entwicklung zu verfolgen.

Entwicklung des gewichteten Mittels der Gesamtphosphorkonzentration im See von 2004 bis 2025.
Eine aktuelle Pressemitteilung – deren Titel wir dieser News vorangestellt haben und der in Anspielung auf Battiatos „Cura“ das Engagement der Seebewohner verdeutlicht – weist eine problematische ökologische Situation nach, ausgehend von einem signifikanten Anstieg der Phosphorkonzentration von Werten von 8 μg/l in den 1970er Jahren auf etwa 23 μg/l im Jahr 2025, und parallel dazu mit einer Abnahme des Sauerstoffgehalts in den tiefen Schichten, der sich in diesem Zeitraum halbiert hat.
Am Grund des Sees ist ein völliger Sauerstoffmangel zu beobachten, der sich zunehmend ausbreitet und jetzt viele Monate lang anhält.
Eine ausführliche Darstellung und Diskussion dieser Daten finden Sie im vollständigen Report „Der Trophiezustand des Bolsenasees, Stand Frühjahr 2025“, der hier von der Website des Verbandes heruntergeladen werden kann.
Wir haben die zuständigen Behörden auf allen Ebenen, bis zur Europäischen Kommission, über diese Situation informiert.
Die angeführten Phänomene führen zu einer Beschleunigung der Eutrophierung und zeigen eine allgemeine ökologische Verschlechterung an.
Das fast vollständige Verschwinden des Schilfgürtels, der noch Ende des letzten Jahrhunderts weitgehend intakt war und als ausgedehnte natürliche Pflanzenkläranlage dem Seewasser Nährstoffe entzog, sowie die auf Grund des Klimawandels verringerte Wirksamkeit der jährlichen Durchmischung des Seewassers tragen zur Verschärfung der Situation bei.
Im Jahr 2004 war der Trophiezustand des Sees noch „sehr gut“ wie in seinem natürlichen Zustand. Heute, im Jahr 2025, ist er nur noch „ausreichend“.
Um diese kritischen Probleme anzugehen, schlägt der Verein eine Reihe integrierter Maßnahmen vor, darunter Verbesserung der Abwasserentsorgung, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und Maßnahmen zur ökologischen Renaturierung der Uferzone. In diesem Zusammenhang steht auch der Vorschlag, im nächsten Jahr eine Konferenz mit Teilnahme aller Anspruchsgruppen zu organisieren, deren Ziel es ist, Institutionen, Forschungseinrichtungen und Bürger in einen gemeinsamen Weg des Schutzes und der Sanierung einzubinden.


