Die Jahreshauptversammlung des Vereins Lago di Bolsena

Die Jahreshauptversammlung des Vereins Lago di Bolsena fand am 27. August im Caminetto in Montefiascone statt und war sehr gut besucht. In verschiedenen Beiträgen informierte der Verein über die Ergebnisse der laufenden Aktivitäten.

Zur Eröffnung der Versammlung erinnerte Präsident Enrico Calvario an das Wirken des langjährigen Präsidenten Piero Bruni. Er dankte den ehrenamtlichen Helfern des Vereins für ihren unermüdlichen Einsatz, dem Verein „L’ago di Capodimonte“ für seine Spenden, die den Druck mehrerer Publikationen ermöglichten, sowie den Landwirten des Biodistretto Lago di Bolsena, die für den Aperitif ihre Bioprodukte beitrugen.

Besonders hervorzuheben ist der erste Vortrag von Dr. Caterina Cossio, Leiterin der Abteilung Wasserressourcen, Bezirk Nord, der ARPA (Landesagentur für Umweltschutz) Lazio. Sie berichtete über die zahlreichen Aktivitäten des Amts und hob hervor, wie sich der trophische Index für den ökologischen Zustand des Sees (LTLeco), der von drei Parametern (Gesamtphosphorkonzentration, Transparenz des Oberflächenwassers und Sauerstoffkonzentration im Tiefenwasser) bestimmt wird, von „gut“ (im Dreijahreszeitraum 2021–2023) auf „ausreichend“ (im Zweijahreszeitraum 2024–2025) verschlechtert hat, was einen besorgniserregenden Abwärtstrend bedeutet.

Diese negative Bewertung deckt sich mit den Ergebnissen des Monitorings, das der Verein in Zusammenarbeit mit dem CNR IRSA von Verbania Pallanza durchführt, und das in der anschließenden Präsentation von Dr. Enrico Calvario und Dr. Georg Wallner vorgestellt wurde (siehe die nebenstehende Grafik, und unsere News dazu).

Um die unbestreitbare Verschlechterungstendenz aufzuhalten, hat der Verein bereits vor einigen Jahren konkrete Schutzmaßnahmen definiert (siehe hier). Ihre zeitnahe Umsetzung erfordert eine effektive Koordination zwischen allen technischen, lokalen, regionalen und staatlichen Stellen (Gemeinden, Flussgebietsbehörden, ARPA und der Region), den am See tätigen Vereinen und dem Biodistrikt, mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Funktionen.

Ebenso wichtig ist der Schutz der wertvollen Wasserressource des Sees durch ein angemessenes Management des Seespiegels. Hierbei stellt der Verein erhebliche Abweichungen von den geltenden Bestimmungen (gemäß dem Beschluss 162/2016 der Landesregierung) fest (siehe hier).

Die Biologin Dr. Imola Bellavita hob anschließend die gravierenden Probleme hervor, die durch die Erwärmung des Seewassers entstehen und die Biologie und Überlebensfähigkeit einiger wichtiger Fischarten beeinträchtigen. Sie präsentierte praktische Lösungsvorschläge.

Die Professorinnen Rina Onorati und Carla Carsetti stellten die umfangreichen Aktivitäten des Bildungsteams an den Schulen am Bolsenasee vor. Daraufhin ergriff die Schulleiterin der Paolo-Ruffini-Gesamtschule in Valentano, Professorin Rosaria Faina, das Wort. Sie drückte ihre große Wertschätzung für die vom Verein durchgeführten Bildungsaktivitäten aus, betonte das große Engagement der Teilnehmenden und schlug vor, in künftigen Schulungsmodulen den Akzent auf die beruflichen Aussichten zu setzen – von der Arbeit im Naturschutz bis hin zum nachhaltigen Tourismus.

Die zur Verfügung stehende Zeit reichte nicht aus, um alle Fragen und Anmerkungen des Publikums zu beantworten, und so wurde die Diskussion auch während des ausgezeichneten Aperitifs fortgesetzt. Wir danken Frau Margherita und ihrem Team herzlich für ihre Gastfreundschaft und ihre Bemühungen, bei der Zubereitung des Abendessens für rund 50 Personen ausschließlich Bio-Produkte von Betrieben des Biodistretto zu verwenden.

Die verschiedenen Konferenzbeiträge können hier heruntergeladen werden.

 

 

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